Wir verstehen uns als ein Ort für Kinder und deren Familien, an dem jeder so sein darf, wie er ist. Jeder Mensch birgt einen Schatz in sich, den es gilt zu entdecken und wertzuschätzen. Diese Haltung wollen wir im Zusammenleben mit den Kindern, in der Erziehungspartnerschaft mit den Eltern und auch in der Zusammenarbeit im Erzieherteam leben.
Die Werte, die uns wichtig sind, und das Menschenbild, das wir haben, prägt unser Handeln – das gilt besonders für die pädagogische Arbeit. Uns als Pfarrgemeinde ist es wichtig, den Kindern (nicht nur aus unserer Gemeinde, sondern allen, die sie besuchen) eine Kindertagestätte zu bieten, in der die Begleitung der Kinder – gerade der Kleinsten – vom christlichen Geist geprägt ist. Dieser drückt sich in besonderer Weise in der Wertschätzung und der Annahme eines jeden Menschen mit seinen Stärken und Schwächen aus. Diese Haltung ist jedoch nicht auf die Kinder beschränkt, sie prägt auch die Kooperation mit den Eltern und die Zusammenarbeit zwischen uns und den Mitarbeiter/innen der Einrichtung. Wir als Träger sehen die Kinderkrippe und den gesamten Kindergarten als selbstverständlichen und integralen Teil der Pfarrgemeinde, in dem Kinder auf dem Weg zu einem religiösen Bewusstsein und einer religiösen Sprachfähigkeit begleitet werden. Damit verbunden sind die Einübung katholisch-christlicher Werte und die Feier der religiösen Feste im Jahreskreis.
Welche Basiskompetenzen brauchen unsere Kinder für eine erfolgreiche und zufriedene Zukunft?
Themenbezogene Bildungs- und Erziehungsbereiche
Was heißt Bildung?
Seit 01.01.2006 ist der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan nach §§ 1,2 des Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes (BayKiBiG) für unseren Kindergarten maßgebend.
Im Mittelpunkt stehen die Bildungsbedürfnisse, die Kinder bis zur Einschulung für ihre optimale Entwicklung haben.
„Der Begriff Bildung bezeichnet die Entwicklung des Menschen im Hinblick auf seine geistigen, seelischen, kulturellen und sozialen Fähigkeiten. Bildung heute gilt als lebenslange, nie entgültig abschließbare Leistung der Eigentätigkeit und Selbstbestimmung des sich bildenden Menschen“
(Bay.KiBig).
Folgende Basiskompetenzen liegen uns besonders am Herzen, da wir der Meinung sind, diese Fähigkeiten brauchen die Kinder, um der Zukunft zuversichtlich und sicher entgegenzusehen:
Die drei zuletzt genannten Basiskompetenzen würden wir Ihnen im Folgenden gerne etwas näher erläutern:
(Frieda Kahlo)
Resilienz bezeichnet die Fähigkeit, erfolgreich mit belastenden Lebensumständen und mit den negativen Folgen von Stress umzugehen. Das heißt, sich trotz dieser Risikobelastung zu einer kompetenten, leistungsfähigen und stabilen Persönlichkeit zu entwickeln.
Wir wollen den Kindern Folgendes in „ihren Lebens-Rucksack“ packen:
Um eine Fehlerkultur aufbauen und sich aneignen zu können, müssen Fehler erlaubt und richtig sein. Können Fehler überhaupt richtig sein? Im ersten Moment hört sich dies paradox an. Aber einmal genauer betrachtet sind Fehler sogar wünschenswert. Daher dürfen die Kinder bei uns Fehler machen.
Eine gesunde Neugierde entwickeln, zu seinen Fehlern stehen können, mit Dingen experimentieren - forschen - ausprobieren (Versuch/Irrtum)
⇒Fehler erkennen - ändern -reflektieren ⇒ Erfolg ⇒ Reflektion eines positiven Ergebnisses
(Dr. Gabriele Haug-Schnabel)
So vermitteln wir den Kindern ein verantwortungsvolles Gemeinschaftsgefühl:
Mitwirkung der Kinder bei der Raumgestaltung
Gestaltung von Kinderkonferenzen
Kinder für Kinder als „Experten“ wirken lassen
Patenschaften
Im Januar 2015 haben wir uns auf den Weg zum Familienstützpunkt gemacht. Bis zu diesem Zeitpunkt war unser Blick primär auf die kindliche Entwicklung gerichtet. Auch die Zusammenarbeit mit den Eltern zielte allein darauf ab, eine optimale Begleitung und Betreuung des Kindes zu ermöglichen. Nun haben wir die Familien anders im Blick: Wir fragen uns, mit wem haben wir es zu tun? Wir wollen die Vielfalt unserer Familien wahrnehmen: Welche Familienformen gibt es unter unserem Klientel? Welchen Herausforderungen müssen sich die Familien heute stellen? Wo sind Ressourcen und Stärken?
Ein erster Schritt war daher die Erforschung unseres Umfelds. Schon allein durch diese differenzierte Sozialraumanalyse hat sich unser Blick verändert. Somit wurde auch ein Wandel der Haltung im Team spürbar. Wir wollen alle Familien mit ihren individuellen Bedürfnissen wahrnehmen und eine Atmosphäre von Vertrauen und gegenseitiger Wertschätzung schaffen.
Als Familienstützpunkt möchten wir Sie als Familie kennenlernen, Sie dort stützen und beraten, wo Sie es brauchen. Wir möchten Sie als Experten Ihrer Kinder sehen und Sie in Ihrer Elternkompetenz (be)stärken. Hierzu zählen wir nicht nur die Entwicklungs- und Beratungsgespräche zwischen Ihnen und uns, sondern auch die Schaffung von Austauschmöglichkeiten der Elternschaft untereinander.
Ein Familienstützpunkt versteht sich auch nicht als Insel, sondern ist vernetzt mit anderen Beratungs- und Fachdienststellen. Gerne nehmen wir Kontakt zu anderen professionellen Diensten oder sozialen Anlaufstellen auf und sehen uns als Vermittlungsstelle.
Wir haben uns auf den Weg gemacht aber wir sind nicht am Ziel, sondern verstehen uns als ein, sich ständig weiterentwickelndes System, in dem Vielfalt erlaubt ist und jeder seinen Platz finden soll.
(Franz Kafka)
Unsere systemische Haltung ist geprägt von Achtsamkeit, Respekt und Wertschätzung, die wir jedem Menschen entgegenbringen. Wir sehen jeden Menschen im Beziehungsgeflecht seines Umfelds. Dabei spielt seine Lebens- und Familiengeschichte eine wesentliche Rolle. Wir gehen davon aus, dass jeder Mensch, jede Familie den eigenen Lebensweg genau so geht, wie er für ihn im Moment richtig ist. Dies wollen wir wertschätzen und anerkennen. Uns ist dabei besonders wichtig, den Blick auf die Stärken jedes einzelnen Menschen zu richten. Besonders bei den Kindern wollen wir diese Stärken entdecken, zutage fördern und ihnen bewusst machen.
Um eine gefestigte Persönlichkeit zu werden, ist ein gutes Wissen um den inneren Selbstwert unabkömmlich. Uns ist es daher wichtig, den Kindern so viel selbstwertstärkende Erfahrungen mitzugeben, wie es nur geht. Somit wissen sie um ihre Fähigkeiten und innere Stärke und können im späteren Leben auch in eventuellen Krisenzeiten darauf zurückgreifen. Macht ein Kind viele selbstwertstärkende Erfahrungen…
Wir wollen daher „Schatzsucher“ sein und die inneren Fähigkeiten Ihres Kindes entdecken, es ermutigen und immer wieder bestärken, Neues auszuprobieren und eigene Erfahrungen zu sammeln. Dies geschieht vor allem im täglichen Miteinander aber auch durch gezielte Angebote z.B. in unserer „Pippi-Langstrumpf-Gruppe“ (= Stärkengruppe).
Im Kindesalter gehen Bildung und Erziehung Hand in Hand. Eine klare Abgrenzung ist kaum mehr möglich. Wir verstehen Bildung als sozialen Prozess und integrieren dabei folgende Themenbereiche:
Wir sehen uns als Wegbegleiter der Kinder. Dabei ist es uns wichtig, ihre inneren Stärken und Fähigkeiten zu entdecken, zutage zu fördern und ihnen bewusst zu machen. Wir wollen den Kindern viele selbstwertstärkende Erfahrungen ermöglichen und daher „„Schatzsucher“ sein. Dies geschieht vor allem im täglichen Miteinander aber auch durch gezielte Angebote.
Im Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan werden Erziehung und Bildung als ein, auf Dialog ausgerichtetes Geschehen zwischen gleichwertigen Personen beschrieben. Dies bedeutet für uns, dass wir gemeinsam mit den Kindern Lern- und Kommunikationsprozesse in Gang setzen und gestalten. Jeder, egal ob ErzieherIn oder Kind, ist Lehrender und Lernender und somit lernen wir mit- und voneinander. Wir sehen uns als impulsgebende und unterstützende Lernbegleiter.
Mit folgender Aufstellung wollen wir Ihnen verdeutlichen, dass jeder Übergang zunächst einen Stabilitätsverlust bedeutet. Wie, wenn man von einem Ufer zum anderen möchte, muss man den sicheren Grund verlassen und sich auf einer Brücke dem Neuland nähern. Für ein Kind kostet das Überqueren dieser „Brücke“ meist eine große Überwindung. Gut, wenn die Eltern ein Stück mitgehen und auf der anderen Seite die Erzieherinnen und Kinder warten und die Hände hilfreich entgegenstrecken.
Was können Elternhaus und Kindergarten tun, damit der Übergang leichter wird?
Auch für den Übergang von der Krippe in den Kindergarten haben wir ein sanftes, gleitendes Konzept entwickelt, den sogenannten Mini-Club. Dieser besteht aus den Krippenkindern, die im September in den Kindergarten kommen (den „großen Kleinen“), den Kindergartenkindern, die erst seit letztem September im Kindergarten sind (den „kleinen Großen“) und jeweils einer Betreuungsperson aus jeder Gruppe. Ab Januar trifft sich diese Gruppe einmal wöchentlich in den Kindergartenräumen, um gemeinsam zu singen und zu spielen. Die Kinder lernen so schon frühzeitig und allmählich ihr neues Umfeld, die neuen Bezugspersonen und die Kindergartenkinder kennen, ohne jedoch die Sicherheit des Altbekannten zu verlieren.
Durch die gute Kooperation mit der Grundschule Emskirchen, greifen unsere beiden Bildungseinrichtungen ineinander und wir können das letzte Jahr im Kindergarten so gestalten, dass der Übergang für Ihr Kind fließender wird.
Neben vielen gemeinsamen Aktionen (Elternabende, Vorlese-Tage, Projekt-Tag Kindergarten – Schule, Vorschulnachmittage) finden auch gegenseitige Besuche von Lehrkräften und Erziehern statt. Das gegenseitige Hospitieren im jeweils anderen Berufsfeld erweitert unsere Sichtweisen und ist Basis für weiterführende Gespräche und gegenseitige Unterstützung.
Im Einschulungsverfahren kann der Austausch zwischen Grundschule und Kindergarten wichtig sein, um z.B. Eindrücke über das Bewältigungsverhalten des Kindes bei Übergangssituationen sichtbar zu machen oder Strategien zur optimalen Begleitung zu entwickeln.
Von den Eltern wird im Rahmen der datenschutzrechtlichen Vorschriften um Einverständnis hierzu gebeten, dass zum Wohle des Kindes, Kontakte mit der Schule aufgenommen und –wenn das Kind bereits die Schule besucht – gepflegt werden können.